Raubkopien beschlagnahmt

Die folgenden Schlagzeilen, welche man getrost als dumm, amüsant und peinlich beschreiben kann, erreichten heute das Internet.

Dumm ist nämlich, wenn man sich beim Verteilen von Raubkopien erwischen lässt. Hatte doch der Schüler Aaron tatsächlich die Frechheit gehabt, während der Schulpause Scheiben mit illegalen Inhalten zu verteilen. Neben dem Betriebssystem waren auf der CD auch noch zig Applikationen, darunter Office-Anwendungen, Photo-Programme, Medien-Player und weitere.

Der Gipfel: Die Discs wurden vor den staunenden Gesichtern der Mitschüler auch noch am selbst mitgebrachten Laptop vorgeführt. Gipfel? Nein, es kommt dümmer: Jene hatte der Schüler gar nicht selbst zusammengestellt und kopiert, sondern von einer Firma freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen.

Amüsant ist nun, dass die aufmerksame Lehrerin Karen gar nicht wusste, dass Linux-CDs frei verteilbar sind. "No software is free and spreading that misconception is harmful", waren ihre Worte. Amüsant? Es kommt noch lustiger: "This is a world where Windows runs on virtually every computer and putting on a carnival show for an operating system is not helping these children at all".

Peinlich für die Lehrerin: Man kann sich den Briefwechsel zwischen der Lehrerin und dem Betreiber der Firma HeliOS im Blog des Betreibers der Firma HeliOS zu Gemüte führen[1]. Die über 400 Kommentare sind genauso lesenswert, und sprechen für sich.

Zum Glück sind nicht alle Lehrer derart von Microsoft eingenommen. Mir berichten Schüler, dass auf Schulcomputern OpenOffice.org eingesetzt wird, oder dass Lehrer auf Schulrechnern openSUSE[2] installiert haben.

Ich selbst habe ja auch so manchen Schülern Linux schmackhaft machen können. Und die sich daraus ergebenden Herausforderungen sind keineswegs schlecht für die Bildung unseres Nachwuchses.

Alexander, um mal ein konkretes Beispiel zu nennen, hat auf Grund seiner anfänglichen Angst um sein liebes Windows bisher Linux nur virtuell gestartet. Und heute spielt er mit Leidenschaft an seinem selbst aufgesetzten LAMP-Server herum. Und das L steht dabei nicht für Windows.


Statt Kopfnoten:
[1] http://linuxlock.blogspot.com/2008/12/linux-stop-holding-our-kids-back.html
[2] http://opensuse.org/